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Geschichte der Stadtbibliothek Münchberg

 

Die Geschichte der Bibliothek in Münchberg beginnt mit dem 2. Dezember 1939, als sie als städtische „Volksbücherei“ der damaligen Zeit und deren Regime verpflichtet, zum ersten mal ihre Pforten öffnete. 620 Bücher waren es insgesamt, die im Eröffnungsjahr 1939 für die Ausleihe zur Verfügung standen. Ein Leser erinnerte sich: „1 Buch bekam man damals. Um 14 Uhr geholt, war es um 16 Uhr ausgelesen und man mußte eine ganze Woche warten, bis man tauschen konnte“. Der Bestandsaufbau erfolgte nach einer Liste der genehmigten Bücher, die dem Regimegeist entsprachen. Dennoch war die Ausleihe hoch und die Bemerkung „ausgeliehen“ musste mancher Leser über Wochen hören. Mit Kriegsende wurde der Ausleihbetrieb eingestellt, und 1946 unverdrossen, trotz aller Widrigkeiten, wieder ein Anfang versucht.

Ein Teil der Bücher war abhandengekommen, geplündert oder als Altpapier verwendet worden. Nach der Entnazifizierung blieben schließlich 600 Bände übrig, also wieder so viele wie 1939 bei der Eröffnung. Der Lesehunger war groß. Jetzt gab es keine Liste der genehmigten Bücher mehr, sondern eine der verbotenen, wenn gleich diese bald wieder entfiel. Bis zur Währungsreform 1948 gab es so gut wie keine Bücher mehr zu kaufen. So schwierig wie die Zeitumstände damals waren, bewirkte doch all das Neue, das auf die Menschen zukam, auch wieder neue Erwartungen.


Und es ging aufwärts. 1953 und 1957 wurde umgezogen. 1955 erste Freihandbücherei in Oberfranken. 1968 Umbenennung in „Stadtbücherei“. 1976/77 wurde wieder umgezogen und eine hauptamtliche Fachkraft eingestellt. Ausleihzahlen und Buchbestand wuchsen kontinuierlich.

„Es war eine interessante Zeit. Damals strömte alles auf uns ein: die gesamte angelsächsische Literatur, die romantische und nicht zuletzt die deutsche, die uns solange vorenthalten wurde. Ich weiß noch, wie ich mit den ersten 60 Mark, die wir aus den ersten Gebühren nach der Währungsreform zusammen bekommen haben, beim damaligen Kämmerer vorstellig wurde, mit der Bitte, er möchte doch den Ankauf von vier Büchern (Hemmingway, Steinbeck, Dos Passos, Wolf) genehmigen. Das kategorische „Nein“ war eine der größten Enttäuschungen meines Lebens“ …
(Fritz Gräbner, Wegbereiter für eine neue Stadtbücherei nach dem Krieg und späterer Bürgermeister)

Die damalige Bibliothek war in die Jahre gekommen und das Gebäude in der Ludwigstraße genügte nicht mehr den Anforderungen an eine öffentliche Einrichtung. Die Einschränkungen fingen bereits vor dem Gebäude an. Zu wenige Stellplätze, kein barrierefreier Zugang, schlechte Lage und vieles mehr. Diese Probleme setzen sich auch im Gebäude fort. Die Stadtbücherei Münchberg, wie sie zum damaligen Zeitpunkt noch hieß, bot auf vier, teilweise sehr verwinkelten Stockwerken den Lesern ihr Angebot an. Die einzelnen Etagen konnten nur über ein kleines Treppenhaus betreten werden. Wollte man eine Beratung im Sachbuchbereich, musste man erst vom Dachgeschoss in das Erdgeschoss gehen, um anschließend mit dem Bibliothekspersonal wieder nach oben zu laufen.

Im Jahr 2000 schließlich, kaufte die Stadt für 2,1 Millionen Mark im Zentrum von Münchberg eine 700 m² große Etage im neuen Senioren-Wohnheim und beschließt, sie mit allen modernen Büchereistandards, sowohl im Medienangebot, in der Raumgestaltung als auch in der Organisation und Verwaltung auszustatten. Am 14. November 2001 eröffnete die Stadtbibliothek ihre neuen Bibliotheksräume, am jetzigen Standort in der Luitpoldstraße. An besagtem Tag, ein Mittwoch vor knapp 15 Jahren, öffnete die Bibliothek erstmals ihre Türen. Sie bot nun Platz für mehr als 18.000 Medien an. Da sie nun alle Kriterien einer zeitgemäßen, benutzerorientierenden Informations-, Bildungs- und Kultureinrichtung erfüllte, galt sie als Vorbild in ganz Nordbayern.

Auch wenn sich die Bibliothek seither nicht mehr räumlich verändert hat, so geschahen doch viele Änderungen im Inneren der Einrichtung. Alleine beim Medienangebot zeigt sich die stetige Veränderung in der Bibliothek. So wurden insgesamt 23.834 Medien seit dem Umzug für die Bibliothek erworben. Im Dezember 2014 wurde das Angebot nochmals um 33.000 e-Medien durch den Einstieg in den Verbund „Franken-Onleihe“ erweitert. Es wurden neue Bereichsmöbel, wie der Medienrückgabekasten im Eingangsbereich angeschafft, wodurch eine Medienrückgabe zu jeder Tages- und Nachtzeit ermöglicht wird. Die Mediensortierung innerhalb der Bibliothek wurde und wird kontinuierlich auf die einfach Klartextsystematik umgestellt, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch für die nahe Zukunft sind viele Änderungen geplant. Im Zuge des Bibliothekskonzeptes der Stadtbibliothek, werden demnächst die Öffnungszeiten an die Wünsche der Nutzer angepasst, ein frei zugängliches W-LAN sowie zusätzliche Angebote und Veranstaltungen sind in der Planung.

 

 

 Bilder aus Bibliotheksgeschichte von 1939 bis heute

1957:
    

1981/82:
    

1991: